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Mother / Earthbound-Serie

Mother ist eine -Triologie von , einem in Japan bekannten Werbetexter, Autor und Journalist. Spielerisch orientiert sie sich an , doch statt dem mittelalterlichen Setting von DQ spielt Mother im modernen Amerika. Bzw. dem Amerika, wie es die Japaner aus Comics wie den Peanuts und aus Hollywoodfilmen wie z. B. denen von Steven Spielberg kennen. Dieses Hollywood-Amerika ist oft nicht weniger fantastisch als ein mittelalterliches Fantasy-Szenario.

Die Mutter aus dem Titel ist übrigens Mutter Erde, was auch den amerikanischen Titel, Earthbound, erklärt. Aber auch der echten Mutter des jeweiligen Helden kommt eine zentrale Rolle zu. Dazu weiter unten mehr.

Mother (Earthbound Zero): Veröffentlicht 1989 für das Famicom (). Eine amerikanische Version war geplant und wurde auch komplett fertiggestellt, aber nie veröffentlicht. Ein Prototyp des Spiels wurde aber 1998 bei Ebay versteigert und kurz darauf als ROM im Internet veröffentlicht. Es ist mit Emulatoren spielbar.

Die Story: Um 1900 werden die Eheleute George und Maria von Außerirdischen entführt. George kommt wieder zurück, aber Maria bleibt für immer verschollen. Ihr Urenkel Ninten, sein nerdiger Freund Loid, seine Freundin Anna und der jugendliche Straftäter Teddy müssen nun die Erde vor der Invasion durch Aliens angeführt von Gyiyg retten. Dabei helfen die PSI-Kräfte Nintens und Annas, die die Magie der DQ-Spiele ersetzen.

Ninten macht sich aus dem Haus seiner Mutter im ländlichen Amerika auf, die weite Welt zu erkunden. Dabei macht er sich von einer mütterlichen Domäne, seinem Zuhause, auf in eine andere, die von Mutter Erde. Und wann immer Ninten in das Haus seiner Mutter zurückkehrt, kocht seine Mutter sein Lieblingsessen für ihn. Im wundersamen Königreich Magicant trifft er außerdem auf die Königin Mary, die in Wahrheit seine Urgroßmutter Maria ist. Großmutter kann man hier verstehen als Große Mutter, die Königin Mary ist der Inbegriff von Mütterlichkeit. Man achte auch auf die Namensgleichheit zur christlichen Gottesmutter.

Mother interpretiert einige DQ-Klischees ganz eigen: speichert man in DQ beim König (in späteren Teilen beim Pfarrer), so speichert man in Mother bei Nintens Vater. Dieser ist nie zuhause und nur telefonisch erreichbar. Wie der König in DQ sagt er Ninten außerdem, wie viele Erfahrungspunkte er noch braucht bis zum nächsten Levelaufstieg.

Ein anderes Klischee ist das der entführten Prinzessin. In Mother wird stattdessen die Urgroßmutter des Helden von einem ziemlich kindlichen Alien entführt, Gyiyg. Dieser kann nur besänftigt werden durch eine Melodie, die in acht Teile über das Land verstreut ist. Die klassische Entführung der Prinzessin wird also interpretiert als Entführung der Mutter bzw. ihrer Vereinnahmung. Der Entführer ist ein kleines Kind, das die Mutter monopolisieren und sie ihrem Ehemann George vorenthalten will.

Mother 2 (Earthbound): Veröffentlicht 1994 für das Super Famicom (), ein Jahr später auch in Amerika. Es ist mehr ein Remake als eine Fortsetzung. Die Helden Ness, Jeff, Paula und Poo erinnern sehr an die aus dem ersten Teil (mit Ausnahme von Poo). Wieder muss der böse Gyiyg aufgehalten werden, der dieses Mal aber niemanden entführt hat. Statt der acht Melodien müssen Ness und seine Freunde acht Powerspots aufsuchen, um die nötige Kraft zu erlangen, es mit Gyiyg aufzunehmen.

Die Unterschiede zum Vorgänger sind dann auch in erster Linie spielerischer Natur. Es gibt keine Zufallskämpfe mehr, stattdessen kann man die Gegner vor dem Kampf schon sehen und ihnen auch ausweichen. Ist man stärker als der Gegner, ergreift dieser die Flucht, ist man schwächer, jagen einen die Gegner. Fällt man einem Gegner in den Rücken, hat man die Initiative, wendet man umgekehrt dem Gegner den Rücken zu, kann dieser die Initiative ergreifen.

Mother 3: Veröffentlicht 2006 für den . Ursprünglich geplant für das . Die Story war schon komplett geschrieben, aber die spielerische Umsetzung wäre zu aufwendig gewesen, weswegen das Spiel gecancelt wurde. Statt in 3D wurde das Spiel schießlich doch noch in 2D für den GBA realisiert. Die Story soll für den GBA neu geschrieben worden sein, jedoch sind zumindest die Figuren dieselben wie aus den frühen Promovideos. Anders als Mother 2 kein Remake, sondern eine komplett neue Story.

In acht Kapiteln wird die Geschichte von Tatsumairi erzählt, einem Dorf auf Nowhere Island. Jedes Kapitel hat eine eigene Hauptfigur. Im ersten Kapitel spielt man den Cowboy Flint, im zweiten den Dieb Duster, im dritten den Affen Salsa, usw. Die Geschichte beginnt dramatisch: Flints Frau Hinawa, die Mutter der Zwillinge Claus und Lucas, kommt ums Leben. Claus will den Tod seiner Mutter rächen und verschwindet daraufhin selbst. Sein Bruder Lucas, ab dem vierten Kapitel der Held der Geschichte, muss im vorletzten Kapitel sieben Nadeln finden, die einen dunklen Drachen versiegeln. Die Nadeln ersetzen die acht Hotspots und die acht Melodiebruchstücke der Vorgänger. Begleitet wird Lucas von seinem Hund Boney, Salsa, Duster und Prinzessin Kumatora. Auch hinter den Nadeln her: die Armee des Schweinekönigs. Dieser übernimmt die Herrschaft in Tatsumairi, indem er dessen Bewohner mit Shiawase no hako (Glückskästen) einer Gehirnwäsche unterzieht. Diese Glückskästen sind nichts anderes als Fernseher.

Die Mother-Serie ist außergewöhnlich. Kaum ein RPG ist so gut geschrieben und weist geradezu literarische Qualitäten auf. Auch ist die Serie enorm einflussreich. Die Thematisierung der Mutter findet sich auch in anderen RPGs wie z. B. VII. Der Planet, Jenova und Aerith haben alle mütterlichen Symbolcharakter.


Intro von Earthbound

Mother 3 für das N64

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