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Nippon Connection 2008

Letzte Woche, vom 02.04. bis zum 06.04., fand das 8. japanische Filmfestival in Frankfurt statt. Ich war schon auf der 1. 2000 und seitdem fast jedes Jahr in Frankfurt. Auch dieses Jahr wurden wieder zahlreiche Filme gezeigt. Hier ein kleiner Überblick über die, die ich gesehen habe.

Sowohl der Eröffnungsfilm, Asyl – Park and Love Hotel (2007), wie auch der Abschlussfilm, The Mourning Forest (Mogari no mori, 2007), waren preisgekrönt: ersterer hat auf der Berlinale 2007 den Preis für das beste Erstlingswerk erhalten, letzterer wurde mit dem großen Preis der Jury in Cannes ausgezeichnet. Ich fand beide Filme aber eher langweilig. Anspruchsvolles, aber wenig unterhaltsames Kino.

Ebenfalls am ersten Tag, Mittwoch, dem 2.4. lief Twilight Phantom (Agōkurō, 2007), anscheinend der erste Horrofilm, der auf Okinawa gedreht wurde. Er entschädigte ein wenig für den langweiligen Asyl, gehörte aber insgesamt auch eher zu den schwächeren Filmen.

Besser wurde es dann am Donnerstag. Sisterhood (Chikyū de tatta futari, 2007) konnte ich leider nicht sehen, weil ich arbeiten musste. Fine, Totally Fine (Zenzen daijōbu, 2007) ist eine herrlich skurrile Komödie, die zurecht den Publikumspreis gewann. United Red Army (Jitsuroku: Rengō sekigun – Asama sansō e no michi, 2007) war ein über dreistündiger Gewaltmarsch. Er erzählt die Geschichte der japanischen roten Armee. Zwar von einem linken Regisseur, der die meisten der Akteuere sogar persönlich kannte, nähert sich der Film dem Thema sehr kritisch. So wird die Grausamkeit der Ideologie der roten Armee aufgezeigt, die sich vor allem im Umgang mit ihren eigenen Mitgliedern zeigte. So waren die Reihen der roten Armee schon sehr dezimiert, bevor es überhaupt zu ernsthaften Auseinandersetzungen mit der Obrigkeit kam. Als letztes lief noch Love My Life (2007), den ich leider nicht sehen konnte, weil es sonst zu spät geworden wäre.

Am Freitag liefen 5 Filme. Den Auftakt machte A Bao A Qu (2007), ein Film über einen Autor, der ein Buch über den jüngeren Bruder eines Serienmörders schreibt. Dann beginnen Realität und Fiktion sich zu vermischen. Ein seltsamer Film, aber nicht im guten Sinne. Als nächstes lief Foreign Duck, the Native Duck and God in a Coin Locker (Ahiru to kamo to koinrokkā, 2007), den ich aber leider nicht sehen konnte, weil ich zurück zur Arbeit musste. Er war zweiter in der Gunst des Publikums. Wieder sehen konnte ich A Gentle Breeze in the Village (Tennen kokekkō, 2007) ein wunderschöner Film nach einem Shōjo Manga (Comic für Mädchen), der dritter in der Gunst des Publikums war. Dainipponjin (2007) war leider bereits ausverkauft. Zum Abschluss des Tages lief The Tender Throbbing Twilight (Tasogare/Ikutsu ni natte mo yaritai otoko to onna, 2007), ein sogenannter Pinkfilm, d. h. ein Sexfilm, über ein Pärchen im Seniorenalter. Sehr witzig, besonders die Szenen, in denen die 65-jährigen Darsteller in Erinnerungssequenzen ihre Figuren im Teenageralter darstellen.

Der Samstag begann mit einem 3D-animierten Film, Appleseed: Ex Machina (2007). Ein gelungener -Film, mit einer etwas klischeehaften Story. Nada Sou Sou – Tears for You (2007) war ein rührseliges Melodram. Mit Funuke Show Some Love, You Losers! (Funuke domo, kanashimi no ai o misero, 2007) folgte eine äußert gelungene schwarze Komödie. Three For the Road (Yajikita dōchū teresuko, 2007) ist eine Komödie, die in der Zeit der Samurai spielt, in der Samurai aber kaum eine Rolle spielen. Stattdessen sind eine Prostituierte, ein Schauspieler und ein Witwer die Helden der Geschichte. Hat seine Momente, kann aber nicht über die gesamte Länge des Filmes überzeugen. Der letzte Film des Tages war ein Anime namens 5 Centimeters per Second (Byōsoku 5 centimeter, 2007). Eine Liebesgeschichte, die sich über Jahre erstreckt. Leider ziemlich langweilig.

Kommen wir zum letzten Tag. The Night Time Picnic (Yoru no pikunikku, 2007), ist ein Film über einen 24-stündigen 80 Kilometer Marsch, der an einer Schule jährlich durchgeführt wird. Im Rahmen dieses Marsches werden unterhaltsam die menschlichen Beziehungen der Teilnehmer dargestellt. Yasukuni (2007) ist eine Dokumentation über den gleichnamigen japanischen Schrein, in dem die gefallenen japanischen Soldaten des 2. Weltkrieges als Helden verehrt werden, inklusive der Kriegsverbrecher. Der Film wird in Japan überhaupt nicht gezeigt. Dog in a Sidecar (Saidokā ni inu, 2007) schildert die Kindheitserinnerungen einer Frau, deren Mutter ihre Familie verlassen hat. An ihre Stelle tritt die Haushälterin Yōko. Ein wunderschöner, atmosphärischer Film.

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