Zur deutschen Seite.
(Deutsche und englische Artikel,
deutsche Oberfläche.)

Read the German page.
(German and English articles,
with German interface.)

Read the English page.
(Only English articles,
with English interface.)

Zur englischen Seite.
(Nur englische Artikel,
englische Oberfläche.)

Braid

Braid ist ein 2D-Rätsel-Plattformer für Xbox Live Arcade, das am 06.08. diesen Jahres erschienen ist. Xbox Live Arcade ist eine Plattform für downloadbare Spiele auf der Xbox360. Es kostet 1200 Microsoft Points, die Währung mit der man auf dem Xbox Live Marktplatz bezahlt, zu dem auch Xbox Live Arcade gehört. Das entspricht 14,40€. Allerdings kann man nicht genau 1200 Punkte erwerben, sondern muss mindestens 1500 ankaufen (500 + 1000), für 18€ (6€ + 12€). Oder, wenn wie bei mir aus unerfindlichen Gründen die Kreditkarte nicht akzeptiert wird, mindestens 29,99€ für eine 2100 Punkte Karte im Handel. In diesem Fall entsprechen 1200 Punkte etwa 17€. Aber Braid ist jeden Euro wert.

Entwickelt wurde Braid hauptsächlich von Jonathan Blow. Es lehnt sich etwas an Super Mario Bros. an (man springt den Gegnern auf den Kopf, um sie zu besiegen, aus grünen Röhren recken fleischfressende Pflanzen ihre Köpfe und am Ende einer jeweiligen Welt erhält man die Nachricht, dass die gesuchte Prinzessin in einem anderen Schloss ist), aber im Gegensatz zu Mario liegt der Schwerpunkt nicht auf Geschicklichkeit, sondern auf dem Rätsellösen. Die Gewichtung könnte in etwa 20% Geschicklichkeit und 80% Köpfchen sein. Der Clou des Spiels: es gibt keine Leben. Stirbt man, lässt man die Zeit mit dem X-Knopf zurücklaufen, bis zu einer Stelle, an der man nicht tödlich verunglückt. Diese Spezialfähigkeit steht dem Spieler auch zu jedem anderen Zeitpunkt zur Verfügung und ist der Schlüssel zum Lösen der Rätsel.

Durch Lösen der Rätsel schreitet man in den Welten voran oder erbeutet ein Puzzleteil. Tatsächlich ist das Vorankommen meistens kein Problem und nur die auf dem Weg verteilten Puzzleteile stellen wirklich eine Herausforderung dar. In fünf der sechs Welten sind jeweils 12 Puzzleteile verstreut. In jeweils einem der Abschnitte einer Welt ist ein großer Rahmen, in dem der Spieler die Puzzleteile zusammensetzen kann. In der letzten Welt, die erst zugänglich ist, wenn man alle Puzzles vervollständigt hat, muss man hingegen Rätsel nur lösen, um voranzukommen.

Jede Welt hat eine Besonderheit, die andere Herangehensweisen an die Rätsel erfordert. Auf vielfältige Art und Weise manipuliert man die Zeit, um mit Schlüsseln Türen zu öffnen oder bewegende Plattformen an die richtige Stelle zu bewegen. Ich will nicht zu viel davon beschreiben, weil der Reiz des Spiels in den immer neuen Variationen des Zeitmanipulierens liegt. Es ist äußerst innovativ und unterhält ungemein über die zugegeben kurze Dauer des Spiels. Nach dem Durchspielen kann man das Spiel auch noch als Spurt bestreiten: man muss hier das gesamte Spiel in unter 45 Minuten durchspielen. Zusätzlich zu den offensichtlichen Objektiven, für die es auch die Xbox360-typischen Erfolge gibt, gibt es dann auch noch acht supergeheime und nur sehr schwierig zu erlangende Sterne (ohne damit verbundene Erfolge), die wohl nur extreme Zocker erspielen werden.

Die Story des Spiels, die das uralte Videospielklischee schlechthin, das Befreien der Prinzessin, auf eine sehr interessante Art und Weise verarbeitet, wird hauptsächlich in, am Anfang einer jeden Welt platzierten, Büchern erzählt. Berührt Tim, der Held von Braid, diese Bücher, erscheint eine Seite Prosatext, die in Fragmenten den Hintergrund von Tims Suche nach der Prinzessin deutlich werden lässt. Die Narrative ist somit weitgehend losgelöst von den interaktiven Elementen, die das Spiel letztlich ausmachen. Nur in einem Abschnitt wird ein äußerst wichtiger Teil der Narrative interaktiv in Szene gesetzt. Und im spielbaren Epilog muss man Rätsel lösen, um alle Seiten der dort platzierten Bücher zu Gesicht zu bekommen. Man erarbeitet sich so das Gesamtbild der Story durch Erspielen.

Die einzelnen Welten und der Epilog sind über eine allumfassende, äußere Oberwelt erreichbar. Durch Türen, die in einem Gebäude verteilt sind, betritt man die Welten. Jeder Abschnitt ist, sobald einmal durchquert, direkt durch eine Tür zugänglich. Über diesen Türen steht außerdem, wie viele Puzzleteile in dem Abschnitt noch zu holen sind. Von außen betrachtet sieht man die Motive der einzelnen Puzzles, die auch von der Oberwelt aus zusammengesetzt werden können. Die Präsentation im Spiel ist sehr künstlerisch und atmosphärisch. Für jeden Xbox360-Besitzer ein Pflichtkauf.

Link: Offizielle Homepage des Spiels (englisch).

Stichworte: , , ,
Autor:

Einen Kommentar abgeben