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The World Ends With You

Von meinem Trip nach Tōkyō im Juni diesen Jahres habe ich mir verschiedene gebrauchte Spiele mitgebracht, darunter Subarashiki kono sekai: It’s a Wonderful World für den Nintendo , im Westen besser bekannt als The World Ends With You. Das Spiel ist eine Gemeinschaftsproduktion von Jupiter und und dem Genre zuzuordnen. Das Spieldesign wurde von s Kingdom Hearts-Team übernommen, entwickelt wurde es von Jupiter, die auch schon Kingdom Hearts: Chain of Memories und die Picross-Serie gemacht haben. Herausgekommen ist ein sehr originelles und unverbrauchtes Spielkonzept.

Man steuert zwei Figuren gleichzeitig, eine auf dem unteren Bildschirm mit dem Touchpen und eine auf dem oberen Bildschirm mit dem Steuerkreuz. Das ist recht knifflig und wem es zu kompliziert ist, der kann die obere Figur auch vom Computer steuern lassen. Je nach gewählter Einstellung übernimmt der Computer nach einigen Sekunden ohne Eingabe des Spielers oder auch sofort. Man kann aber jederzeit die Kontrolle wieder selbst übernehmen, wenn man mit der Performance des Computers unzufrieden ist. Dieser schlägt sich aber wacker und es sollte keine größeren Probleme geben.

TWEWY spielt im kontemporären Japan, im Modeviertel in Tōkyō. SAKURABA Neku muss sich in einem 7-tägigen Spiel behaupten und bis zum Ende überleben. Dabei ist der Einzelgänger auf seinen Partner angewiesen, ohne den er die Kämpfe mit den sogenannten Noises (den Monstern in diesem Spiel) nicht bewältigen kann. Seinem Partner zu vertrauen fällt Neku alles andere als leicht, er bleibt sonst lieber für sich und hört Musik mit seinem für ihn charakteristischen Kopfhörer, um von der äußeren Welt unbehelligt zu bleiben. Daher kommt auch sein Spitzname, Headphone.

Es gibt in TWEWY keine Zufallskämpfe. Die Kämpfe werden entweder vom Spieler selbst initiiert oder durch Storyevents ausgelöst. Mit seinem Teilnehmer-Anstecker kann Neku seine Umgebung scannen, d. h. die Gedanken der Passanten lesen und Noises sichtbar machen. Durch Antippen der Noises beginnt man den Kampf mit ihnen. Man kann also so viel oder so wenig kämpfen, wie man will. Auch den Schwierigkeitsgrad kann man jederzeit frei wählen: einerseits kann man zwischen Easy, Normal und Hard umstellen, andererseits den Level von Neku (und damit seine HP) zeitweise verringern. Indem man den Kampf schwieriger gestaltet, steigert man die Droprate, d. h. die Wahrscheinlichkeit, dass die Monster bei ihrem Tod Beute hinterlassen, bzw. beeinflusst welche Beute mit welcher Wahrscheinlichkeit hinterlassen wird. Auch indem man mehrere Noises in direkter Folge antippt und bekämpft, steigert man die Droprate.

Die hinterlassene Beute besteht u. a. aus Ansteckern. Indem Neku diese ausrüstet, erhält er verschiedene Fähigkeiten. Mit je nach Anstecker variierenden Eingabemethoden kann Neku die Noises angreifen oder die gemeinsamen HP von sich und seinem Partner heilen. Zum Beispiel kann man den Bildschirm antippen, um ein Projektil in diese Richtung zu schießen. Oder man lässt den Touchpen über den Bildschirm gleiten, um einen Gegner so anzugreifen. Auch kann man Autos oder Fahrräder, die im Kampffeld stehen, mit dem Touchpen in eine Richtung ziehen und gegen Gegner schleudern. Oder man bläst in das Mikrofon, um alle Gegner auf dem Bildschirm gleichzeitig anzugreifen. Geheilt wird, indem man den am oberen Bildschirmrand angezeigten Anstecker berührt.

Neku kann drei, später auch bis zu sechs Anstecker gleichzeitig ausrüsten. Jeder Anstecker kann pro Kampf eine bestimmte Anzahl von Malen verwendet werden, bevor er deaktiviert wird. Dann dauert es eine Weile, bis der Anstecker rebootet hat und wieder einsatzfertig ist. Die Heilanstecker rebooten nicht. Genau wie Neku steigen Anstecker durch Kampferfahrung auf, werden stärker oder können häufiger eingesetzt werden. Auch ihr Wert steigt. Wirft man sie weg, erhält man im Austausch Geld. Manche Anstecker dienen alleine diesem Zweck, gegen Geld eingetauscht zu werden.

Mit dem Geld kauft man den verschiedenen Läden in Shibuya ein: Klamotten, Essen, CDs, Bücher oder neue Anstecker. Bis zu vier Kleidungsstücke können Neku und sein Partner anziehen, wenn ihr Mut dafür ausreicht. Je nachdem wie extravagant ein Kleidungsstück ist, braucht man mehr oder weniger Mut, um sich zu trauen, es anzulegen. Durch die angelegten Kleider verbessern sich die Attribute der Figuren. Auch durch Essen lassen sich Attribute verbessern, es dauert aber eine Weile, bis es verdaut ist. Mit CDs kann man die Musikstücke des Spiels auswählen und anhören. Bücher enthalten spielrelevante Infos. Manche Artikel in den Läden sind jedoch nicht gegen Geld zu haben, sondern gegen Materialien, die von den Noises hinterlassen werden. Diese sogenannten Quest-Artikel sind ein weiterer Ansporn, mit den Noises zu kämpfen.

Der Partner kämpft nicht mit Ansteckern, sondern mit mit dem Steuerkreuz ausgewählten Kombo-Attacken. Jede der vier Richtungen löst ein anderes Manöver aus und man kann mehrere Angriffe in Folge ausführen. Die Auswahl der Kombos beeinflusst die am oberen Bildschirmrand angezeigten Karten. Wenn bestimmte Bedingungen im Zusammenhang mit diesen Karten erfüllt sind, wird eine Spezialattacke auswählbar, bei der Neku und sein Partner alle Noises auf dem Bildschirm gleichzeitig angreifen. Und auch die HP werden dabei teilweise wiederhergestellt. Sich um zwei Figuren gleichzeitig zu kümmern und dann noch die Karten richtig zu vervollständigen, ist ziemlich schwer. Gut, dass der Computer es auch alleine hinbekommt.

Die Story ist ebenso originell wie das Gameplay, äußerst abwechslungsreich und voller überraschenden Wendungen. Allerdings ist sie auch Aufhänger für zahlreiche Fetchquests. Normalerweise ein eher langweiliges und überholtes RPG-Relikt aus früheren Zeiten, sind sie in diesem Spiel erfreulich schnell zu erledigen und machen in der Story durchaus Sinn. Sie sind Teil des großen Spiels, von dem Nekus Überleben abhängt. Während der sieben Tage müssen Neku und sein Partner immer neue Aufgaben erfüllen. Außer ihnen nehmen noch mehr Mitspieler an diesem Spiel teil, die ebenfalls mit diesen Aufgaben konfrontiert sind. Dabei reicht es, wenn ein Teilnehmerpaar die Aufgabe erfüllt. Trotzdem werden es nur sehr wenige bis zum Ende des Spiels schaffen.

Das Spiel ist in Japan bereits am 27.07.2007 erschienen, in Europa am 18.04.2008 und damit sogar ein paar Tage früher als in Amerika (21.04.2008). Leider nur in Englisch. Trotzdem sehr empfehlenswert.

Links: Offizielle Homepage des Spiels (japanisch).

Offizielle internationale Homepage des Spiels.

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