Portal: Still Alive
Portal: Still Alive ist die Download-Version von Portal, das Ende letzten Jahres im Rahmen der Egoshooter-Sammlung Orange Box von Valve für PC, Xbox360 und Playstation3 erschienen ist. Zwar spielt es im selben Universum und benutzt die selbe Engine wie das ebenfalls enthaltene Half-Life 2, aber statt Schieß-Action gibt es ein Rätsel-Abenteuer aus der Ego-Perspektive. Wer (wie ich) auf die Shooter der Orange Box verzichten kann, ist gut beraten, sich die am 22.10.2008 erschienene Xbox Live Arcade-Version für günstige 1200 Microsoft-Punkte (umgerechnet 14,40€) runterzuladen, die gegenüber dem Original zusätzliche Levels und einen spielbaren Entwicklerkommentar enthält. Mit knapp 650 MB ist es deutlich größer als die größte erhältliche Memory-Unit der Xbox360 und setzt daher eine Festplatte voraus.
In Portal wird man wie eine Laborratte durch verschiedene Versuchsanlagen geschickt, die man rätsellösend überleben muss. Begleitet wird man dabei von einer weiblichen Computerstimme, die einem mal hilfreiche, mal irreführende Hinweise gibt. Abgesehen davon, dass es sich wie ein Ego-Shooter steuert, könnte man es am ehesten mit einem futuristischen Zelda vergleichen, bloß mit weniger Kampfhandlungen. Man hat nämlich keinerlei Offensiv-Waffen und muss sich daher den wenigen Gegnern anders erwehren. Sowohl die Kämpfe wie auch die normalen Rätsel, die den größten Teil des Spiels ausmachen, erfordern geschickten Einsatz der sogenannten Portale.
Durchquert man ein Portal, kommt man bei seinem Gegenstück wieder heraus, es sind also Teleporter-Tore, die an Wänden platziert sind. Zu Beginn sind ihre Positionen meist noch vorgegeben, aber man erhält schon bald mehr und mehr Kontrolle über ihre Platzierung. Mit der sogenannten Portal-Gun schießt man die Portale an die Wände oder andere Oberflächen (wobei es auch Wände und Oberflächentypen gibt, auf denen man keine Portale platzieren kann). Die Portale sind vielfältig einsetzbar und das daraus entstehende Gameplay äußerst innovativ.
Gesteuert wird mit den beiden Analogsticks: Der linke bewegt die Figur, der rechte die Kamera. Mit A springt man, mit B duckt man sich und mit X interagiert man mit Gegenständen, d. h. man hebt sie auf, legt sie wieder hin, betätigt Schalter oder öffnet Türen. Mit den Schulterknöpfen RB und LB feuert man die Portal-Gun ab. Zwar kann man sich selbst durch die Portale hindurch sehen, aber nicht die eigenen Füße, wenn man nach unten blickt, oder die eigene Hand, wenn man etwas hält. Auch bewegt man sich wie in den meisten Ego-Perspektiv-Spielen eher wie auf Rädern, als wie auf Beinen. Nicht sehr realitisch, aber sehr gut spielbar. Ich hatte ja lange Zeit Vorurteile gegenüber Ego-Perspektive in Videospielen, aber mit der Megami Tensei-Reihe habe ich zuerst entsprechende RPGs ausprobiert und mit Mirror’s Edge vor kurzem auch ein solches Action-Spiel, und muss zugeben, dass die Ego-Perspektive für Spiele mehr als gut geeignet ist.
Neben der innovativen Portal-Gun gibt es auch traditionelle Rätselelemente, wie Schalter, die für kurze Zeit Tore öffnen, oder Trittschalter, die ein Tor nur so lange öffnen, wie sie mit einem Gewicht beschwert sind. Auf diesen platziert man ganz Zelda-like Gegenstände, d. h. den Weighted Companion Cube, einen treuen Gefährten und Metallwürfel. Dieser ist neben GLaDOS, der Computerstimme mit den süffisanten Kommentaren, und der Spielfigur natürlich, die wichtigste Figur im Spiel. Das Spiel ist kurz und knackig, kann aber sowohl durch das fantastische Gameplay wie durch die gleichzeitig witzige und atmosphärische Handlung überzeugen.
Portal wurde von zahlreichen Publikationen als Spiel des Jahres 2007 bezeichnet und das ist nicht mal übertrieben. Nicht mal die kurze Spieldauer von 3-4 Stunden konnte dem Ruf dieses Titels schaden. Wobei die im Spiel gemessene Spielzeit etwas irreführend ist: Stirbt man und fängt beim letzten Speicherpunkt wieder an, wird die Zeit zurückgesetzt, weswegen die tatsächliche Spieldauer wohl eher 4-6 Stunden beträgt. Und das ist natürlich nur die Hauptstory, ohne die schwereren Zusatzlevel von Still Alive. Gespeichert wird automatisch, wann immer ein Teilrätsel gelöst hat. Man muss also eigentlich fast nie Spielschritte wiederholen. Wenn man das Spiel unterbrechen will, kann man auch jederzeit manuell speichern.
Link: Offizielle Homepage des Spiels.
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Stichworte: Ego-Perspektive, Rätsel, Xbox Live ArcadeAutor: Kay







