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Archiv der Kategorie ‘PSP’

Alt gegen Neu x Old vs. New

Samstag, 6. November, 2010

Professor Layton vs. Ace Attorney Phoenix Wright und Persona 2 Innocent Sin.

Zwei Spiele, ein neues und ein altes, und ein gemeinsames Thema. Das erste Aufeinandertreffen von Professor Layton und Phoenix Wright1 Fußnotenauszug: Beides sind Helden aus Adventureserien für die portablen Konsolen von Nintendo. Professor Layton ist einer der erfolgreichsten neuen Franchises auf Nintendo DS, während Ace Attorney Phoenix Wright schon auf dem Game Boy Advance frischen Wind ins japanische Adventure-Genre brachte. Die Umsetzungen und Fortsetzungen für DS erschienen dann schließlich auch außerhalb Japans, die Lokalisierungen d... spielt in einer Stadt, in der Fiktion wahr wird.

Schon Persona 2 Innocent Sin für die Playstation aus dem Jahr 1999 spielte in einer Stadt, in der Gerüchte wahr werden. Leider ist es nie außerhalb von Japan erschienen, aber dank des neuen Remakes für PSP und der umfassenden Veröffentlichungspolitik von Atlus, die mittlerweile fast alle ihre Spiele weltweit vermarkten, könnte sich das bald ändern.

Eine Welt, die regiert wird von irrealen Ideen, seien sie als Geschichte oder als Gerücht formuliert, das kommt der Realität näher als uns vielleicht lieb ist. Tatsächlich leben wir nicht in der Wirklichkeit, sondern in einer Konstruktion derselben, in unserer Vorstellung von der Wirklichkeit. Wer versteht schon wirklich, was um ihn herum passiert, wer vertraut nicht den Medien, seinen Freunden oder auch klugen Büchern, um sich die Realität erklären zu lassen? Das ist in gewissem Maße notwendig, aber auch sehr gefährlich, denn Vorurteile und Irrglaube reichen meist weiter als die eigene Vernunft.

Diese beiden Spiele bereiten das Thema in einer Form auf, die das eigene Bild der Wirklichkeit hinterfragt. Tatsächlich gibt es viele Spiele, die das tun, aber nur wenige so deutlich wie diese beiden. Daher seien sie jedem wärmstens ans Herz gelegt.

Weiterführende Literatur: ŌTSUKA Eiji „Otaku“ no seishin-shi, 1980-nendai-ron. Kōdansha shinsho, 2004.

  1. Beides sind Helden aus Adventureserien für die portablen Konsolen von Nintendo. Professor Layton ist einer der erfolgreichsten neuen Franchises auf Nintendo DS, während Ace Attorney Phoenix Wright schon auf dem Game Boy Advance frischen Wind ins japanische Adventure-Genre brachte. Die Umsetzungen und Fortsetzungen für DS erschienen dann schließlich auch außerhalb Japans, die Lokalisierungen der „Professor Layton“-Spiele hingegen ließen weniger lange auf sich warten und sind außerhalb ihres Heimatlandes sogar noch erfolgreicher, besonders in Europa. []

Brave Story

Sonntag, 11. Juli, 2010
Erstausgabe

Hardcoverausgabe von 2002, 1. von 2 Bänden

MIYABE Miyuki ist eine in Japan sehr erfolgreiche Roman-Autorin, die dank einiger Übersetzungen ihrer Werke ins Englische1 Übersetzt wurden u. a.  Kasha (All She Was Worth), Kurosufaia (Crossfire), R.P.G. (Shadow Family), Bureibu sutoorii (Brave Story), Majutsu ha sasayaku (The Devil’s Whisper), Eiyū no sho (Book of Heroes). auch bei uns einen gewissen Bekanntheitsgrad genießt. Außerdem hat sie mit Perfect Blue die Vorlage zu einem Anime von KON Satoshi geschrieben, der auch bei uns erfolgreich auf Festivals (darunter die erste Nippon Connection im Jahr 2000) lief. Dieses Werk stammt aus dem Krimi-Genre, in dem sie hauptsächlich aktiv ist, doch aufgrund einer starken Affinität zu Videospielen schreibt sie auch Fantasy-Romane, 2002 eine Adaption von UEDA Fumitos PS2-Debüt Ico, drei Jahre zuvor bereits ihre eigene Version einer auf japanischen Rollenspielen basierenden Fantasy-Welt, Brave Story. Dieser Roman wird von November 1999 bis Februar 2001 in verschiedenen regionalen Zeitungen als Serie veröffentlicht, was in Japan die übliche Vorgehensweise bei Literatur im Allgemeinen ist, bevor sie gesammelt in Buchform erscheint. Eine erste Hardcoverausgabe erscheint 2002 in 2 Bänden mit 630 und 670 Seiten bei Kadokawa Shoten, 2007 auch eine englische Übersetzung bei Viz Publishing.

Comic-Adaption

Comic-Adation von 2003, 1. von 20 Bänden

Die Vermischung der Medien, ursprünglich von Videospiel-Motiven und dem Romanformat, setzt sich fort in einer Comicadaption, die ebenfalls von MIYABE geschrieben und von ONO Yōichirō zeichnerisch umgesetzt wird. Diese erschien ab 2003 und umfasste am Ende 20 Bände. Die Comic-Version unterscheidet sich vom Original zum Beispiel durch das höhere Alter des Protagonisten MITANI Wataru, der im Roman noch im Grundschulalter ist,2 Genau gesagt geht Wataru in der Romanvorlage in die 5. Klasse. Die japanische Grundschule umfasst 6 Jahre. im Comic aber bereits auf die Mittelschule geht. Später folgen eine Verfilmung und darauf folgend auch Videospiel-Umsetzungen für verschiedene Systeme, womit die Motive der Geschichte schließlich wieder in ihrem Ursprungsmedium ankommen.

Anime-Adaption

Zeichentrickverfilmung von 2006, DVD

Als 2006 der Stoff als Zeichentrickfilm fürs Kino adaptiert wird, wird auch die Buchausgabe zweifach neu aufgelegt, einerseits in einer Softcover-Ausgabe im Reklamformat in drei Bänden zu je etwa 500 Seiten, andererseits in einer sich an den Film anlehnenden Ausgabe für Kinder, als sogenannte Lightnovel, mit farbigen Comicillustrationen im Anime-Stil und mehr Lesungszeichen bei für junge Leser noch zu schweren Schriftzeichen. Normalerweise werden Lightnovels speziell für diese Zielgruppe bestehend aus Anime-Fans und eben jüngeren Lesern geschrieben und dienen oft genau wie Comics als Vorlagen für Zeichentrickfilme, aber Brave Story wird erst im Nachhinein in diesem Format veröffentlicht.

Ausgabe für junge Leser

Lightnovel-Ausgabe von 2006, 1. von 4 Bänden

Ursprünglich für Erwachsene geschrieben und auf einem für Lightnovels vergleichsweise hohem literarischem Niveau, ist der Text trotz allem sehr zugänglich und vom Vokabular weniger anspruchsvoll als MIYABEs Krimis, was sicherlich auf die Perspektive des jungen Protagonisten zurückzuführen ist. Brave Story spielt in einer kindlichen Welt, richtet sich aber eigentlich an Erwachsene, im Endeffekt bereitet sie die Art von Welt, die Kinder in Spielform erleben, in einem für Erwachsene leichter zugänglichen Medium neu auf. Da der Text aber auch für Kinder und erwachsene Spieler als Geschichte interessant ist, überbrückt er die unterschiedlichen Rezeptionsgewohnheiten der verschiedenen Zielgruppen und wird daher in so vielen Medien und Vertriebsformen für jeden zugänglich gemacht.

Vorsicht: Ab hier enthält dieser Artikel Spoiler zur Handlung des Romans!

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  1. Übersetzt wurden u. a.  Kasha (All She Was Worth), Kurosufaia (Crossfire), R.P.G. (Shadow Family), Bureibu sutoorii (Brave Story), Majutsu ha sasayaku (The Devil’s Whisper), Eiyū no sho (Book of Heroes). []
  2. Genau gesagt geht Wataru in der Romanvorlage in die 5. Klasse. Die japanische Grundschule umfasst 6 Jahre. []

Last Ranker: Das „Street Fighter“-RPG

Donnerstag, 8. Juli, 2010

Mit Last Ranker veröffentlicht Capcom am 15.07.2010 nach längerer Abstinenz vom RPG-Genre einen neuen Vertreter dieser Gattung. Wie schon in Capcoms „Breath of Fire“-Serie übernimmt wieder YOSHIKAWA Tatsuya die Rolle des Figurengestalters. Nachdem diese mit ihrem vierten Teil Dragon’s Quarter für die Playstation2 ihren vorläufigen Ausgang genommen hatte, arbeitete YOSHIKAWA neben der „Mega Man“-Serie auch an Devil May Cry 4 (Playstation3) und Zack & Wiki: Quest for Barbaros‘ Treasure (Wii) und kehrt jetzt mit Last Ranker zum RPG-Genre zurück. Allerdings konzentriert er sich diesmal tatsächlich auf die Figuren und überlässt die Gestaltung der Welt anderen, wie er auf der offiziellen „Last Ranker“-Homepage schreibt. Sich im kreativen Team behaupten vergleicht er mit dem Schlachtfeld, neue Aufgaben übernehmen und neue Dinge erschaffen sei immer ein schmerzhafter Prozess, aber er kämpfe für hohe Qualität seiner Schöpfung.

Kampf ist das Thema von Last Ranker und das spiegelt sich auch in den Stimmen der kreativen Köpfe des Spiels wieder. Es ist weniger der Ryu aus YOSHIKAWAs „Breath of Fire“-Serie, der Pate stand für „Last Ranker“-Protagonisten Zig, als Ryu aus Street Fighter, einer anderen, noch viel erfolgreicheren Serie von Capcom.1 Beide Namen bedeuten Drache, RPG-Held Ryu verwandelt sich in eine feuerspuckende Echse, Straßenkämpfer Ryu schleudert Feuerbälle und fliegt mit schmetterndem Kinnhaken wie ein Drache in die Lüfte. Da ist es nur passend, dass mit SHIMOMURA Yōko eine RPG-Komponistin den Soundtrack zu Last Ranker beisteuert, die mit Street Fighter II ihren Durchbruch als Spielekomponistin feierte.2 Fußnotenauszug: Zu SHIMOMURAs wichtigsten RPG-Kompositionen zählen einerseits die RPG-Ableger der Mario-Serie, darunter die Gemeinschaftsproduktion von Square und Nintendo Super Mario RPG und die neueren „Mario & Luigi“-Spiele von Entwickler Alphadream, der aus ehemaligen Square-Mitarbeitern besteht, die auch schon an Super Mario RPG gearbeitet hatten, andererseits die „Kingdom Hearts“-Serie von NOMU... Auf der LR-Homepage schildert SHIMOMURA ihr Zusammentreffen mit NIINŌ Kazuya, dem Regisseur des Spiels, der ihr mit den strahlenden Augen eines begeisterten Jungen erklärte, dass Kampf wie ein Lied sei. Mitgerissen von NIINŌs lebhaften Erklärungen versetzte sie sich in die Figuren und in die Welt, in der sie leben, und komponierte dazu passende Stücke.

Kampf ist Feuer und Leidenschaft, das wird aus SHIMOMURAs Beschreibung von Regisseur NIINŌ deutlich. Für NIINO war Street Fighter II ein wichtiger Auslöser, Spieleentwickler zu werden. Comic-Helden, die im Kampf ihre Freundschaft vertiefen, die zu Rivalen ihrer ältesten Freunde werden oder auch zu ihren Feinden, sie ließen das Jungenherz von NIINŌ ebenso höher schlagen wie die Spielefirma Capcom, deren starke Straßenkämpferhelden diesen Geist einfingen. Diese Bewunderung für solche starke Helden, die Sehnsucht nach Stärke wollte er in Last Ranker als RPG umsetzen. NIINŌ ist bei japanischen Core-Gamern bereits ein respektierter Entwickler, auf Nintendo DS hat er mit Etrian’s Odyssey eine der wenigen erfolgreichen neuen Serien dieser Generation geschaffen und auch das in Zusammenarbeit mit imageepoch entstandene 7th Dragon wurde von Kunden wie Kritikern positiv aufgenommen. Mit Last Ranker bleibt er den tragbaren Spielekonsolen treu, doch ist sein PSP-Erstling grafisch aufwendiger als seine in klassischer 2D-Grafik gehaltenen bisherigen Werke und in Echtzeit gerendert. Ebenfalls von imageepoch entwickelt, haben diese hier ihre Erfahrung mit dem Wii-RPG Arc Rise Fantasia zum Einsatz bringen können.

Die tragbaren Konsolen DS und PSP sind in dieser Generation in Japan kommerziell erfolgreicher als ihre an Haus und TV gebundenen großen Brüder Wii und PS3 und auch Produzentin MATSUKAWA Minae arbeitet wie NIINŌ hauptsächlich im mobilen Spielesektor. Capcom sind eine der wenigen japanischen Spieleschmieden, die in dieser Generation auch außerhalb ihrer Heimat erfolgreich sowohl neue wie alte Franchises verkaufen konnten, allerdings hauptsächlich auf den stationären Konsolen. Die Dominanz der tragbaren Spielekonsolen in Japan kümmert Capcom kaum, mit einigen wenigen, aber extrem erfolgreichen Spielen deckt der Publisher diesen Markt zwar auch ab3 Zum Beispiel ist Capcom im tragbaren Bereich mit Monster Hunter extrem erfolgreich auf der PSP., konzentriert sich aber sonst mehr auf Titel mit Aussicht auf Erfolg auf dem Weltmarkt. MATSUKAWA produzierte einige dieser wenigen portablen Capcom-Titel, darunter die PSP-Umsetzung  eines Darkstalker-Spiels, einer Fantasy-Prügelserie im Geiste Street Fighters, und Ace Attorney Apollo Justice, der vierte Teil von Capcoms großer portablen Erfolgsserie für Gameboy Advance und mittlerweile DS. Auch MATSUKAWA bemüht zur Erklärung des langjährigen Prozesses der Entwicklung von Last Ranker die Kampf-Metapher und ist dankbar, dass sie sich mit NOJIMA, SHIMOMURA und YOSHIKAWA auf viele Veteranen an ihrer Seite verlassen kann.

NOJIMA Kazushige ist der Szenario-Autor von Last Ranker und war sich zuerst nicht sicher, ob er sich in einen Protagonisten wie Zig hineinversetzen könne. Was denkt wohl ein junger Mann, der in einer Welt, in der der Rang der eigenen Stärke den Wert eines Menschen bestimmt, nach oben strebt. Dann aber erklärte ihm NIINO, dass Zig vom Land in die große Stadt kommt. Das wurde für NOJIMA, der als Spieleautor ebenfalls vom im Norden Japans gelegenen Hokkaidō in die Großstadt Tōkyō gekommen war, zum Bezugspunkt, der ihm den Zugang zu seinem Protagonisten ermöglichte. Die nächste Herausforderung war es, die vielen individuellen Charaktere zu entwickeln, die Trubel in Zigs Leben bringen sollten.  Mit dem Ergebnis ist er sehr zufrieden und verspricht den Spielern eine tolle Geschichte.

Einen kleinen Vorgeschmack darauf bietet die Kurzgeschichte Tabidachi no ketsui (Der Entschluss zum Aufbruch), die des Japanischen Mächtige auf der offiziellen Seite lesen können. Das erste Kapitel beginnt mit den Worten:

Ich wusste, dass diese Welt nicht besonders groß ist. Aber trotzdem, dachte Zig, wie klein doch meine Welt ist.

Zigs Heimat Cantalera hat 143 Einwohner und Zig kennt jeden einzelnen persönlich mit Namen. Tradition ist wichtig in Cantalera und sein Freund Faz ist überzeugt, dass sich Cantalera nie ändern wird, solange Männer wie er und Zig es beschützen. Die Bewohner von Cantalera meiden die Konfrontation und ergreifen bei erster Gelegenheit die Flucht. Unter ihnen leben auch einige aus der großen Stadt Gandoa gekommene Separatisten, die herzlich aufgenommen werden, solange sie nur die Regeln Cantaleras achten und zum Beispiel nicht über die Vergangenheit sprechen. Einer davon ist Darlan, ein ehemaliger Ranker, der trotz langer Abstinenz vom Kämpfen immer noch weitaus stärker ist als die kampfunerprobten jungen Männer Cantaleras wie Zig und Faz.

Die Kurzgeschichte, die auch in Form eines Hörspiels auf der offiziellen Seite bis zum 30.07.2010 umsonst angehört werden kann, beschreibt die Ereignisse, die dazu führen, dass Zig und Faz in die von Kampf beherrschte Welt ausziehen, um Ranker zu werden, die danach streben, der Stärkste von Allen zu sein. Der Grundplot ist natürlich an Street Fighter II angelehnt, der in dessen Untertitel The World Warrior schön zusammengefasst wird. Ein Mann (oder eine Frau) steigt in ein Flugzeug, kämpft mit einem anderen Straßenkämpfer, um dann weiter zum nächsten, stärkeren Gegner zu fliegen. Prügelnd die Welt bereisen und mit immer stärkeren Gegnern kämpfen, im Kern ist die „Street Fighter“-Narrative nicht so verschieden vom Spielablauf der meisten Rollenspiele. Dass diese von kämpferischen Begegnungen geprägte Reise in der kleinen Welt eines Jungen beginnt, war auch schon NOJIMAs Ansatz in Sakura Note. In der Anleitung dieses Spiels schreibt er:

Ich glaube, dass Sakura Note mit seiner detaillierten Darstellung der Jugend, in der ein kleines Gebiet die komplette Welt darstellt, für die Zukunft der Spieleerzählung von großer Bedeutung ist. NOJIMA Kazushige

Sakura Note spielt tatsächlich fast komplett in der kleinen Stadt, in der der Junge und Held der Geschichte lebt. Eine äußerst kleine Welt und in gewisser Weise die Vorgeschichte von Last Ranker.

  1. Beide Namen bedeuten Drache, RPG-Held Ryu verwandelt sich in eine feuerspuckende Echse, Straßenkämpfer Ryu schleudert Feuerbälle und fliegt mit schmetterndem Kinnhaken wie ein Drache in die Lüfte. []
  2. Zu SHIMOMURAs wichtigsten RPG-Kompositionen zählen einerseits die RPG-Ableger der Mario-Serie, darunter die Gemeinschaftsproduktion von Square und Nintendo Super Mario RPG und die neueren „Mario & Luigi“-Spiele von Entwickler Alphadream, der aus ehemaligen Square-Mitarbeitern besteht, die auch schon an Super Mario RPG gearbeitet hatten, andererseits die „Kingdom Hearts“-Serie von NOMURA Tetsuya, die Disney- und Square-Figuren zusammenführt. []
  3. Zum Beispiel ist Capcom im tragbaren Bereich mit Monster Hunter extrem erfolgreich auf der PSP. []

Crisis Core: Final Fantasy VII

Samstag, 16. Februar, 2008

Zur Veröffentlichung von Crisis Core: VII im September letzten Jahres habe ich mir (notwendigerweise) auch eine Slim and Lite zugelegt. Diese war ebenfalls gerade erschienen und heißbegehrt, weswegen ich zwei Wochen warten musste, bis ich endlich eine in Händen hielt. Seit ich CC durch habe, staubt das Ding aber nur in einer Ecke ein. Es gibt einfach kaum Spiele für die PSP, die mich reizen. Aber das nur am Rande.

CC ist ein und macht wirklich sehr viel Spaß zu spielen. Man spielt nur eine Figur, einen SOLDIER namens Zack. Mit Kreis greift man an, benutzt eines der ausgewählten Materia, d. h. Zauber oder verwendet ein Item. Man kann sich frei bewegen, mit Dreieck abwehren und mit Kasten ausweichen. Es gibt Zufallskämpfe, aber es wird dafür nicht in einen anderen Bildschirm gewechselt. Besonders starke Attacken werden über ein Slot-System ausgelöst: Während der Kämpfe werden immer wieder zufällig drei Gesichter von tragenden Figuren aus Zacks Umfeld ausgewählt. Ist es dreimal dasselbe Gesicht, führt Zack die dazu passende Spezialattacke aus. Nebenbei werden auch Zacks Trefferpunkte und Magiepunkte aufgefüllt und zwar über die Obergrenze hinaus. Zack kann doppelt so viele HP haben, wie er eigentlich sollte.

Neben der eigentlichen Geschichte gibt es optionale Missionen, locker über 100, mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. In diesen Missionen erforscht man kleinere Areale, bis man den Endgegner gefunden hat. Die Missionen machen Spaß und sind fordernder als die eigentliche Geschichte, aber es hat mich nicht gereizt, alle Missionen zu spielen. Mit ein paar wenigen gelösten Missionen habe ich zum Durchspielen knapp 21 Stunden gebraucht. Wenn man alle Missionen schaffen will, soll man aber bis zu 40 Stunden investieren können.

Die Story selbst hingegen war leider ein wenig enttäuschend. Erzählt wird die Vorgeschichte von FF VII und zwar von , der auch schon das Original (FF VII) und den Film (Advent Children) geschrieben hat. Wegen der Story hatte ich mir das Spiel auch gekauft und vielleicht etwas zu viele Hoffnungen in sie gesteckt. Nicht, dass Antagonist Genesis kein interessanter Schurke wäre. Er zitiert ständig aus einem Theaterstück namens Loveless und die Dialoge allgemein sind sehr gut geschrieben. Auch Zacks Wunsch, ein Held zu werden, ist interessant ausgeführt. Sein Vorbild Sephiroth entpuppt sich als eigentlich nicht so heroisch, wie die Propaganda des Industriekonzerns Shin-Ra die Leute glauben machen will. Und Zack stirbt einen völlig unsinnigen Tod, einen Heldentod, wenn man will, aber eigentlich ein sehr bitteres Ende für ihn (nicht wirklich ein Spoiler, wenn man das Original kennt).

Erzählt wird ebenfalls Zacks Liebe zu Aerith, eines der Highlights von CC. Dieser Handlungsbogen sorgt für eine der wenigen überraschenden Wendungen, die ich im Rest des Spiels schmerzlich vermisst habe. Auch der Kampf mit Sephiroth ist super inszeniert und sehr atmosphärisch. Alles in allem lohnt sich das Spiel, aber es ist eben doch etwas kurz und überraschungsarm ausgefallen und reicht nicht an das Original heran.

Links: Offizielle Homepage des Spiels (japanisch). Offizielle Homepage des Spiels (englisch).