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Archiv der Kategorie ‘Xbox360’

The Girl Who Leapt Through Time (Toki o kakeru shōjo) Part 6: Return, Reset and Finding That Person Again

Freitag, 25. Oktober, 2013

Spoiler warning! This article contains spoilers for Chrono Cross, Persona 2 Innocent Sin, Final Fantasy X, its sequel X-2 and Lost Odyssey.

With his movie ŌBAYASHI made the connection between The Girl Who Leapt Through Time and The Wizard of Oz. This children’s book classic represents a number of similar youth novels in which a protagonist from the real world travels to an unreal fantasy world. TAKAHASHI mentioned Narnia in his text on Mother; there is also Alice in Wonderland which comes to mind, or The Never Ending Story. This last example is interesting as the fantastic world traveled to is actually the narrative of a book, which emphasizes the common theme in these novels: The reader is supposed to identify with the real life protagonist and his journey to the strange world is actually the reading of the story. When the story ends, the protagonist returns to the real world.

Now let’s compare this to The Girl Who Leapt Through Time. Here instead of one (or few) real person(s) traveling from reality into the fantastic, one person from a fantastic future comes into reality. He does return but to make the fantastic disappear his influence has to be undone, so in place of a return for Kazuko there is a reset. Kazuko never leaves reality, cannot return in a spatial sense, instead she returns to an earlier point in reality, before the fantastic occurred.

Fushigi Yūgi

The cover of volume 14 of Fushigi Yūgi by WATASE Yū. It shows heroine Miaka and her lover Taka/Tamahome in the background.

The movie version of Oz has the same actors who play the characters in the world of Oz also play the people from Dorothy’s reality in Kansas. This indicates that fiction is based on reality, that the made up characters are reflections of people that live in reality. In Fushigi Yūgi, a manga for girls from the 1990ies, after going on an adventure by being sucked into a book that tells of a fantastic ancient China the story doesn’t end with the return to the real life setting. Instead there are several volumes dealing with a guy resembling the love interest from the fantastic part transferring to the school of the female protagonist and them falling in love again.

It is a more pronounced version of Kazuko meeting Kazuo again, minus the reset. Fushigi Yūgi’s Miaka doesn’t forget her Tamahome, instead she returns from the fantasy and meets his reincarnation Taka. I have talked about how The Girl Who Leapt Through Time influenced Final Fantasy in part 3 and how another video game, Mother, fits in with the same themes present in The Girl Who Leapt Through Time in part 4. There are more video games that share themes from it and I will give two examples that use the “reset and finding a person from the fantastic adventure again in reality” motif. Both came out for the Playstation and after Final Fantasy VII.

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Elektronische Literatur: Die Träume anderer spielen

Samstag, 8. Mai, 2010

Vorsicht: Dieser Artikel spoilert das Ende von Super Mario Bros. 2, The Legend of Zelda: Link’s Awakening, Kaze no Klonoa: door to phantomile und Final Fantasy X! Auch einige Details aus NIER und Radical Dreamers werden gespoilert!

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Ico x Prince of Persia

Dienstag, 11. August, 2009

Dieser Artikel wartet schon seit über 4 Monaten darauf, geschrieben zu werden. Letztes Jahr, ich glaube im Herbst, hatte ich bei GAME ONE auf MTV einen Review zu Prince of Persia für / gesehen. Das Teamspiel zwischen dem vom Spieler kontrollierten Prinzen und seiner Begleiterin Elika erinnerte mich irgendwie an s Ico für . Natürlich gab es schon vor und auch nach Ico einige Spiele, in denen dem Helden eine weibliche NPC-Begleitung zur Seite gestellt wurde, und Ico und PoP könnten im Endeffekt nicht unterschiedlicher sein, aber das ähnliche zu Grunde liegende Konzept überzeugte mich, mir das Spiel zuzulegen. Allerdings dauerte es bis Januar diesen Jahres, bis ich es endlich spielen konnte. DVDBoxOffice mag meine Kreditkarte einfach nicht mehr. :(

Durchgespielt habe ich es dann Anfang April. Tatsächlich sind Ico und PoP in fast allen Punkten das genaue Gegenteil von einander. Eine Gemeinsamkeit außer dem Grundkonzept ist aber vorhanden: Beide Spiele sind hervorragende Vertreter ihrer Genres und absolut zu empfehlen. Einen ausführlichen Review bzw. Analysen spare ich mir hier und möchte stattdessen auf zwei Interviews aufmerksam machen.

Das erste stammt aus dem schwedischen Magazin LEVEL und wurde geführt mit dem Regisseur, Autor und Designer von Ico, UEDA Fumito. Das zweite mag zunächst nicht unbedingt naheliegend erscheinen und wurde von Gamasutra mit geführt. Wenn man sich den Abspann von PoP lange genug ansieht, kann man ihren Namen unter Additional Writing erblicken. Da sie die einzige ist, die überhaupt direkt für Writing und nicht als Narrative Director oder ähnliches angegeben wird, gehe ich irgendwie mal davon aus, dass sie die Dialoge geschrieben hat (auch wenn ihre Arbeit an PoP im verlinkten Interview keinerlei Erwähnung findet).

Die Dialoge stellen einen wichtigen Unterschied zwischen den beiden Spielen dar. Während in Ico Nähe durch das an der Hand nehmen und Distanz durch den Mangel einer für beide Seiten verständlichen Sprache ausgedrückt wird, werden in PoP beide Aspekte, Nähe und Distanz, aus den in den Dialogen hervortretenden unterschiedlichen Standpunkten erkennbar. Weniger stilisiert, aber nicht minder effektiv. Die Dialoge in PoP sind so unterhaltsam wie anregend, die Beziehung zwischen dem Prinzen und Elika wird durch die überwiegend vom Spieler initierten Gespräche sehr kontinuierlich und überzeugend entwickelt. Da die Dialoge einen wesentlichen Teil zur Atmosphäre des Spiels leisten, ist es um so bedauerlicher, dass ihr(e) Autor(in?) im Abspann nicht klar genannt wird…

Links: Interview mit Ueda Fumito. (Google Cache)

Interview mit Rhianna Pratchett.

Mirror’s Edge

Sonntag, 28. Dezember, 2008

Mit Mirror’s Edge haben die Entwickler DICE die urbane Sportart Parkour zu einem verarbeitet. Diese diente bereits ein Jahr zuvor Ubisoft als Basis für ihr Erfolgsspiel Assassin’s Creed. DICE wählten für ihr Parkour-Spiel aber eine andere Darstellungsart, die . Das Konzept eines Plattformers aus der Ego-Perspektive ist nicht neu, bereits das 1995 erschienene Jumping Flash! versuchte sich an dieser Kombination. Doch außer in den Fortsetzungen dieses Titels wurde die Idee kaum weiter verfolgt, stattdessen orientierten sich die folgenden -Plattformer an 64, das ein Jahr später (1996) erschien.

ME ist also nicht so innovativ, wie einige glauben, dafür aber deutlich realistischer als ein typischer Plattformer. Zwar spielt ME in einer totalitären Zukunft, doch ist uns dieses Setting immer noch näher als die der anderen Genre-Vertreter, die meist in Fantasy-Welten spielen. Als Plattformen dienen Häuserdächer und die Sprung- und sonstigen Techniken stammen alle aus dem realen Parkour. Auch die Ego-Perspektive selbst ist realistischer umgesetzt als in anderen Spielen, die diese verwenden. Wenn Heldin Faith rennt, dann schwankt das Sichtfeld auf und ab, wie man das erwartet, und man hat nicht den Eindruck, sie würde über den Boden schweben/rollen, wie bei den meisten Ego-Shootern. Auch kann man die eigenen Extremitäten sehen, wenn man an sich herabblickt oder die Hände ausstreckt, was man in Ego-Shootern ebenfalls oft vermisst.

Ich hatte zunächst Zweifel, ob die Ego-Perspektive wirklich für einen Plattformer geeignet ist, doch muss ich zugeben, sie funktioniert erstaunlich gut und vermittelt einen tollen Geschwindigkeitseindruck, der einem Jump’n‘Run würdig ist. Was mich aber gestört hat, ist die Tatsache, dass das Spiel ab und zu zu einem Ego-Shooter verkommt. Neben der Plattform- wird man immer wieder auch in Kämpfe verwickelt, die man zunächst mit bloßen Händen bestreitet. Zwar belohnt das Spiel den Verzicht auf Waffengewalt mit einer Pazifisten-Trophäe bzw. einem entsprechenden Erfolg und oft ist Flucht der klügste Ausweg. Doch gegen Ende muss man immer öfter nicht nur einzelne Polizisten, sondern alle Gegner im Umfeld ausschalten. In solchen Situationen ist es manchmal fast unverzichtbar oder zumindest ratsam, den Polizisten die Waffen abzunehmen und sie gegen sie zu verwenden.

Zur Steuerung (PS3-Version): Mit R1 springt man oder vollführt einen Wallrun, mit R2 duckt man sich oder rutscht aus dem Rennen heraus, mit L1 dreht man sich um 180° (auch im Sprung) und mit L2 schlägt man zu oder tritt. Alle Aktionen der Schultertasten lassen sich kombinieren, um effektivere Angriffe zu erzielen oder weiter zu springen. Mit dem linken Analogstick bewegt man Faith, mit dem rechten ihr Sichtfeld. Mit Kreuz interagiert man, mit Kreis richtet man das Sichtfeld auf den Ort aus, an den man als nächstes gehen muss und mit Dreieck entwaffnet man Gegner, wenn sich die Chance dazu bietet, hebt am Boden liegende Waffen auf oder lässt sie wieder fallen. Mit Kasten löst man einen Zeitlupenmodus (genannt Reaktionszeit) aus, für den man aber zuerst durch schnelles Rennen Adrenalin aufbauen muss.

Das Szenario von ME wurde geschrieben von Rhianna Pratchett, der Tochter von Terry Pratchett, die bereits Heavenly Sword für die PS3 u. a. Spiele geschrieben hat. Leider ist die Story des Spiels nicht sehr umfangreich und die „überraschenden“ Wendungen ziemlich klischeehaft. Für die Zwischensequenzen zu Beginn der Kapitel/Level wurde außerdem -Grafik (3D-Computergrafik, die den Stil eines Zeichentrickfilms nachempfindet) verwendet, im Gegensatz zur eher realistischen Grafik im restlichen Spiel. Dieser stilistische Bruch ist etwas gewöhnungsbedürftig, genauso wie die eher häßliche Figurengestaltung in den Zeichentricksequenzen, aber da die Sequenzen gut gelungen sind, gelingt es ihnen durchaus, Atmosphäre zu schaffen.

Eigentlich ist ME ein fantastisches Spiel, aber es hat auch einschneidende Probleme. Ein Kritikpunkt ist der geringe Umfang. Ein anderer der hohe Frustfaktor. Diese beiden Kritikpunkte schließen sich mehr oder weniger gegenseitig aus. Entweder man hat keine größeren Probleme. Dann ist das Spiel zwar schnell vorbei, aber man hat ein fast perfektes, frisches Spielerlebnis. Oder man stirbt tausend Tode. Nicht nur weil das Spiel schwer ist. Oft ist die Ausführung der Techniken undurchsichtig oder einfach unklar, was man eigentlich machen soll. Bessere Tutorials und mehr Hinweise zu problematischen Stellen/Techniken wären hier hilfreich gewesen.

Auch wirken sich die verschiedenen einstellbaren Schwierigkeitsgrade nur auf die Kämpfe aus, nicht aber auf die Sprungpassagen. Mehr Speicherpunkte auf niedrigeren Schwierigkeitsgraden würden helfen, Nerven zu schonen. Denn oft sind zwischen zwei Speicherpunkten mehrere problematische Stellen und man muss, wenn man scheitert, immer wieder dieselben Spielschritte wiederholen. Und eigentlich einfache Stellen, die bei den ersten zehn Malen kein Problem waren, kriegt man plötzlich nicht mehr hin. Daher ist es kein positiv erfahrener Schwierigkeitsgrad, bei dem man Stück für Stück besser wird und schließlich die Aufgaben zuverlässig meistert. Vielmehr ist oft genauso viel Glück wie Können notwendig, um nervige Stellen endlich zu schaffen.

Ein weiterer Vorwurf ist, das Spiel sei eintönig und man würde immer diesselben Dächer abspringen. Diese Kritik kann ich nicht nachvollziehen. Das Spiel ist äußerst abwechslungsreich und führt Faith an alle möglichen Orte der Stadt, sowohl nach draußen wie in Gebäude, sowohl auf Dächer wie auf den Boden, sowohl in weite Hallen wie auch in enge Gänge und Kanäle. Auch die Grafik und die Musikuntermalung ist sehr gelungen. Klar sehen die Dächer irgendwie alle gleich aus, aber ihre Anordnung und die Sprungpassagen sind nicht weniger interessant als in anderen Plattformern.

Mirror’s Edge ist am 12.10.2008 für und in den USA erschienen und zwei Tage später auch in Europa. Das Spiel war von Anfang an als Serie konzipiert und trotz der eher enttäuschenden Verkaufszahlen soll es eine Fortsetzung geben. Auf die freue ich mich schon. Wenn DICE es schaffen, die Probleme zu beseitigen und das Konzept weiter zu entwickeln, dann könnte ME2 ein echter Toptitel werden. So bleibt es zunächst ein Spiel mit viel guten Ansätzen, das aber nicht vollständig überzeugen kann.

Link: Offizielle Homepage des Spiels.

Portal: Still Alive

Donnerstag, 4. Dezember, 2008

Portal: Still Alive ist die Download-Version von Portal, das Ende letzten Jahres im Rahmen der Egoshooter-Sammlung Orange Box von Valve für PC, Xbox360 und Playstation3 erschienen ist. Zwar spielt es im selben Universum und benutzt die selbe Engine wie das ebenfalls enthaltene Half-Life 2, aber statt Schieß-Action gibt es ein Rätsel-Abenteuer aus der Ego-Perspektive. Wer (wie ich) auf die Shooter der Orange Box verzichten kann, ist gut beraten, sich die am 22.10.2008 erschienene Xbox Live Arcade-Version für günstige 1200 Microsoft-Punkte (umgerechnet 14,40€) runterzuladen, die gegenüber dem Original zusätzliche Levels und einen spielbaren Entwicklerkommentar enthält. Mit knapp 650 MB ist es deutlich größer als die größte erhältliche Memory-Unit der Xbox360 und setzt daher eine Festplatte voraus.

In Portal wird man wie eine Laborratte durch verschiedene Versuchsanlagen geschickt, die man rätsellösend überleben muss. Begleitet wird man dabei von einer weiblichen Computerstimme, die einem mal hilfreiche, mal irreführende Hinweise gibt. Abgesehen davon, dass es sich wie ein Ego-Shooter steuert, könnte man es am ehesten mit einem futuristischen Zelda vergleichen, bloß mit weniger Kampfhandlungen. Man hat nämlich keinerlei Offensiv-Waffen und muss sich daher der wenigen Gegner anders erwehren. Sowohl die Kämpfe wie auch die normalen Rätsel, die den größten Teil des Spiels ausmachen, erfordern geschickten Einsatz der sogenannten Portale.

Durchquert man ein Portal, kommt man bei seinem Gegenstück wieder heraus, es sind also Teleporter-Tore, die an Wänden platziert sind. Zu Beginn sind ihre Positionen meist noch vorgegeben, aber man erhält schon bald mehr und mehr Kontrolle über ihre Platzierung. Mit der sogenannten Portal-Gun schießt man die Portale an die Wände oder andere Oberflächen (wobei es auch Wände und Oberflächentypen gibt, auf denen man keine Portale platzieren kann). Die Portale sind vielfältig einsetzbar und das daraus entstehende Gameplay äußerst innovativ.

Gesteuert wird mit den beiden Analogsticks: Der linke bewegt die Figur, der rechte die Kamera. Mit A springt man, mit B duckt man sich und mit X interagiert man mit Gegenständen, d. h. man hebt sie auf, legt sie wieder hin, betätigt Schalter oder öffnet Türen. Mit den Schulterknöpfen RB und LB feuert man die Portal-Gun ab. Zwar kann man sich selbst durch die Portale hindurch sehen, aber nicht die eigenen Füße, wenn man nach unten blickt, oder die eigene Hand, wenn man etwas hält. Auch bewegt man sich wie in den meisten Ego-Perspektiv-Spielen eher wie auf Rädern, als wie auf Beinen. Nicht sehr realistisch, aber sehr gut spielbar. Ich hatte ja lange Zeit Vorurteile gegenüber Ego-Perspektive in Videospielen, aber mit der -Reihe habe ich zuerst entsprechende RPGs ausprobiert und mit Mirror’s Edge vor kurzem auch ein solches Action-Spiel, und muss zugeben, dass die Ego-Perspektive für Spiele mehr als gut geeignet ist.

Neben der innovativen Portal-Gun gibt es auch traditionelle Rätselelemente, wie Schalter, die für kurze Zeit Tore öffnen, oder Trittschalter, die ein Tor nur so lange öffnen, wie sie mit einem Gewicht beschwert sind. Auf diesen platziert man ganz Zelda-like Gegenstände, d. h. den Weighted Companion Cube, einen treuen Gefährten und Metallwürfel. Dieser ist neben GLaDOS, der Computerstimme mit den süffisanten Kommentaren, und der Spielfigur natürlich, die wichtigste Figur im Spiel. Das Spiel ist kurz und knackig, kann aber sowohl durch das fantastische Gameplay wie durch die gleichzeitig witzige und atmosphärische Handlung überzeugen.

Portal wurde von zahlreichen Publikationen als Spiel des Jahres 2007 bezeichnet und das ist nicht mal übertrieben. Nicht mal die kurze Spieldauer von 3-4 Stunden konnte dem Ruf dieses Titels schaden. Wobei die im Spiel gemessene Spielzeit etwas irreführend ist: Stirbt man und fängt beim letzten Speicherpunkt wieder an, wird die Zeit zurückgesetzt, weswegen die tatsächliche Spieldauer wohl eher 4-6 Stunden beträgt. Und das ist natürlich nur die Hauptstory, ohne die schwereren Zusatzlevel von Still Alive. Gespeichert wird automatisch, wann immer man ein Teilrätsel gelöst hat. Man muss also eigentlich fast nie Spielschritte wiederholen. Wenn man das Spiel unterbrechen will, kann man auch jederzeit manuell speichern.

Link: Offizielle Homepage des Spiels.

Braid

Montag, 29. September, 2008

Braid ist ein 2D-Rätsel-Plattformer für Xbox Live Arcade, das am 06.08. diesen Jahres erschienen ist. Xbox Live Arcade ist eine Plattform für downloadbare Spiele auf der Xbox360. Es kostet 1200 Microsoft Points, die Währung mit der man auf dem Xbox Live Marktplatz bezahlt, zu dem auch Xbox Live Arcade gehört. Das entspricht 14,40€. Allerdings kann man nicht genau 1200 Punkte erwerben, sondern muss mindestens 1500 ankaufen (500 + 1000), für 18€ (6€ + 12€). Oder, wenn wie bei mir aus unerfindlichen Gründen die Kreditkarte nicht akzeptiert wird, mindestens 29,99€ für eine 2100 Punkte Karte im Handel. In diesem Fall entsprechen 1200 Punkte etwa 17€. Aber Braid ist jeden Euro wert.

Entwickelt wurde Braid hauptsächlich von Jonathan Blow. Es lehnt sich etwas an Super Mario Bros. an (man springt den Gegnern auf den Kopf, um sie zu besiegen, aus grünen Röhren recken fleischfressende Pflanzen ihre Köpfe und am Ende einer jeweiligen Welt erhält man die Nachricht, dass die gesuchte Prinzessin in einem anderen Schloss ist), aber im Gegensatz zu Mario liegt der Schwerpunkt nicht auf Geschicklichkeit, sondern auf dem Rätsellösen. Die Gewichtung könnte in etwa 20% Geschicklichkeit und 80% Köpfchen sein. Der Clou des Spiels: es gibt keine Leben. Stirbt man, lässt man die Zeit mit dem X-Knopf zurücklaufen, bis zu einer Stelle, an der man nicht tödlich verunglückt. Diese Spezialfähigkeit steht dem Spieler auch zu jedem anderen Zeitpunkt zur Verfügung und ist der Schlüssel zum Lösen der Rätsel.

Durch Lösen der Rätsel schreitet man in den Welten voran oder erbeutet ein Puzzleteil. Tatsächlich ist das Vorankommen meistens kein Problem und nur die auf dem Weg verteilten Puzzleteile stellen wirklich eine Herausforderung dar. In fünf der sechs Welten sind jeweils 12 Puzzleteile verstreut. In jeweils einem der Abschnitte einer Welt ist ein großer Rahmen, in dem der Spieler die Puzzleteile zusammensetzen kann. In der letzten Welt, die erst zugänglich ist, wenn man alle Puzzles vervollständigt hat, muss man hingegen Rätsel nur lösen, um voranzukommen.

Jede Welt hat eine Besonderheit, die andere Herangehensweisen an die Rätsel erfordert. Auf vielfältige Art und Weise manipuliert man die Zeit, um mit Schlüsseln Türen zu öffnen oder bewegende Plattformen an die richtige Stelle zu bewegen. Ich will nicht zu viel davon beschreiben, weil der Reiz des Spiels in den immer neuen Variationen des Zeitmanipulierens liegt. Es ist äußerst innovativ und unterhält ungemein über die zugegeben kurze Dauer des Spiels. Nach dem Durchspielen kann man das Spiel auch noch als Spurt bestreiten: man muss hier das gesamte Spiel in unter 45 Minuten durchspielen. Zusätzlich zu den offensichtlichen Objektiven, für die es auch die Xbox360-typischen Erfolge gibt, gibt es dann auch noch acht supergeheime und nur sehr schwierig zu erlangende Sterne (ohne damit verbundene Erfolge), die wohl nur extreme Zocker erspielen werden.

Die Story des Spiels, die das uralte Videospielklischee schlechthin, das Befreien der Prinzessin, auf eine sehr interessante Art und Weise verarbeitet, wird hauptsächlich in, am Anfang einer jeden Welt platzierten, Büchern erzählt. Berührt Tim, der Held von Braid, diese Bücher, erscheint eine Seite Prosatext, die in Fragmenten den Hintergrund von Tims Suche nach der Prinzessin deutlich werden lässt. Die Narrative ist somit weitgehend losgelöst von den interaktiven Elementen, die das Spiel letztlich ausmachen. Nur in einem Abschnitt wird ein äußerst wichtiger Teil der Narrative interaktiv in Szene gesetzt. Und im spielbaren Epilog muss man Rätsel lösen, um alle Seiten der dort platzierten Bücher zu Gesicht zu bekommen. Man erarbeitet sich so das Gesamtbild der Story durch Erspielen.

Die einzelnen Welten und der Epilog sind über eine allumfassende, äußere Oberwelt erreichbar. Durch Türen, die in einem Gebäude verteilt sind, betritt man die Welten. Jeder Abschnitt ist, sobald einmal durchquert, direkt durch eine Tür zugänglich. Über diesen Türen steht außerdem, wie viele Puzzleteile in dem Abschnitt noch zu holen sind. Von außen betrachtet sieht man die Motive der einzelnen Puzzles, die auch von der Oberwelt aus zusammengesetzt werden können. Die Präsentation im Spiel ist sehr künstlerisch und atmosphärisch. Für jeden Xbox360-Besitzer ein Pflichtkauf.

Link: Offizielle Homepage des Spiels (englisch).

Lost Odyssey

Donnerstag, 10. Juli, 2008

Lost Odyssey ist das zweite Spiel vom noch recht jungen -Studio Mistwalker, dessen Team auch einige ehemalige -Mitarbeiter beschäftigt, darunter und Komponist , deren Namen einmal gleichbedeutend waren mit . Ergänzt wird das Team von LO von Figurengestalter und Autor . Die Geschichte von LO dreht sich um vier Unsterbliche, die 1000 Jahre lang gelebt haben, sich aber nicht an ihr langes Leben erinnern können.

Das Kampfsystem von LO ist rundenbasiert und ziemlich fordernd. Das liegt hauptsächlich daran, dass man nicht einfach mit einem Zauberspruch alle Figuren voll heilen kann. Der Zauber, der alle Partymitglieder heilt, dauert recht lange in der Ausführung und heilt nur einen Bruchteil. Lieber heilt man daher mit Gegenständen, maximal 1500 HP auf einmal, dafür aber sofort. Die Figuren haben je nach Level mehrere 1000 HP. Die Partymitglieder am Leben zu erhalten erfordert daher bedächtiges Vorgehen und ist deutlich anspruchsvoller als bei FF beispielsweise.

Eine Geschicklichkeitskomponente wird auch vom Spieler abverlangt: Bei normalen Angriffen lässt sich der Schaden durch ausrüstbare Ringe steigern. Diese wirken aber nur, wenn man, während die Figur auf den Gegner zurennt, R gedrückt hält und zum rechten Zeitpunkt loslässt. Um den Gegner herum werden nämlich zwei Ringe dargestellt, ein kleiner und ein großer, der sich um den kleinen herum zusammenzieht. Überschneiden sich die beiden Ringe, sollte man loslassen. Der Effekt wird in Gut und Perfekt unterschieden. Ringe können den Elementarmagie-Schwachpunkt eines Gegners ausnutzen oder zusätzliche Effekte bringen, wie kritische Treffer oder Vergiftung, Einschläferung und ähnliches. Ringe wie auch die restliche Ausrüstung lässt sich während des Kampfes ändern, so dass man immer den jeweils nötigen Ring ausrüsten kann.

Eine Besonderheit des Kampfsystems sollte noch erwähnt werden: die Figuren in der zweiten Reihe werden durch einen Schutzschild abgeschirmt, dessen Stärke sich nach den HP der vorderen Reihe richtet. Sind alle Figuren in der vorderen Reihe voll geheilt, bekommen die Figuren in der hinteren Reihe kaum Schaden. Das Aufrechterhalten dieses Schildes ist eine weitere Aufgabe, die für strategischen Tiefgang sorgt.

Das Szenario des Spiels wurde geschrieben von SAKAGUCHI, der schon an diversen Szenarios für FF mitgeschrieben hat. Seine Werke für Mistwalker schreibt er allerdings ohne Co-Autor und ich war von der Qualität des LO-Szenarios angenehm überrascht. Es ist viel besser als ich gedacht hatte, wenn auch stellenweise etwas arg kitschig. An die Qualität der neueren FFs reicht es aber nicht heran.

Besser als die Hauptgeschichte sind allerdings die Träume der 1000 Jahre, geschrieben von SHIGEMATSU, die in Prosaform dargeboten werden. Es handelt sich dabei um die Erinnerungen von Held Kaim, die durch Begegnungen mit bestimmten Personen oder Orten wiedererlangt werden. Jedes dieser Ereignisse öffnet den Zugang zu einer von etwa 20 Kurzgeschichten, die aus dem 1000-jährigen Leben von Kaim erzählen. Diese sind sehr gut geschrieben und das Highlight des Spiels. Leider nicht interaktiv, aber immerhin untermalt von der Musik UEMATSUs. In Japan sind die Kurzgeschichten, die an sich mit der eigentlichen Spielehandlung nichts zu tun haben und deshalb auch für sich gelesen werden können, auch als Buch erschienen.

LO für die ist nicht der erhoffte Über-Klassiker, aber dank des fordernden Schwierigkeitsgrades, der gut erzählten Geschichte und den enthaltenen Kurzgeschichten sehr zu empfehlen. Störend sind nur wie so oft die Ladezeiten vor den Kämpfen (dafür ist die Encounter-Rate angenehm niedrig). Und die Ringe erfordern etwas Geduld: Aus der langen Liste den richtigen auszuwählen, kann etwas dauern. Es empfiehlt sich, nicht bei jedem Gegner die Ringe zu wechseln, das ist den Aufwand nicht wert.

Link: Offizielle Homepage des Spiels (japanisch).