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Artikel mit dem Stichwort ‘TOYODA Toshiaki’

NC2010 Impressionen: The Blood of Rebirth

Samstag, 17. April, 2010

TOYODA Toshiakis Karriere und die Geschichte der Nippon Connection sind zeitlich eng miteinander verbunden, das Festival hat in von Anfang seiner Karriere an in Deutschland bekannt gemacht und ihn begleitet, (fast) alle seine Filme wurden in Frankfurt auf dem Festival gezeigt (mit Ausnahme von Unchain). The Blood of Rebirth (Yomigaeri no chi), sein erster Film nach vier Jahren Regiepause, bricht mit vielen Aspekten, die man aus seinen anderen Filmen gewohnt war (wie z. B. den für gewöhnlich kontemporären Settings mit hohem Realitätsbezug), nicht aber mit der gekonnten Verquickung von Musik und visueller Inszenierung, die diesmal im Vordergrund steht.

Mit 82 Minuten ist der Film ungewöhnlich kurz, aber trotzdem sehr gemächlich im Erzähltempo, was zu einer verhältnismäßig niedrigen Handlungsdichte führt. Der Film konzentriert sich ganz auf die Symbolkraft seiner stark in Szene gesetzten Bilder, die sich fantastisch ergänzen mit der Musik, die dieses Mal genauso wichtig ist wie die Bilder selbst. TOYODA ist, wie er vor und nach der Filmvorführung im Q&A-Gespräch erklärte, VJ von Twin Tail, der Gruppe die den Soundtrack zum Film liefert, der quasi eine Fortführung seiner Arbeit mit der Gruppe ist, mit der er während seiner Regiepause lange Zeit zusammen getourt war.

Das Setting ist eine nicht genau eingrenzbare japanische mittelalterliche Fantasy-Welt1 Grob in der Muromachi-Zeit angesiedelt., die Themen sind Entscheidung für die Hölle Leben und gegen das Paradies Tod, wiederholte Wiedergeburt, gegenseitiges Helfen, Flucht, Freiheit, Konfrontation. Durch die reduzierte Handlung stehen die Motive sehr isoliert und sind klar auszumachen, es ist schon etwas eine Light-Version eines TOYODA-Films, aber nach vier Jahren Pause trotzdem mehr als willkommen. Als Musikfilm weiß er definitiv zu überzeugen, es passt ins Konzept, die audiovisuelle Komponente vor den erzählerischen Anspruch zu stellen.

  1. Grob in der Muromachi-Zeit angesiedelt. []

Aoi Haru / Blue Spring

Sonntag, 10. Februar, 2008

Aoi Haru (zu deutsch: Blauer Frühling) ist eine Sammlung von Kurzgeschichten vom japanischen Comiczeichner über sogenannte , halbstarke Tunichtgute, die sich gerne prügeln. Der Titel des Comics ist ein Wortspiel: das japanische Wort für Jugend setzt sich nämlich zusammen aus den sino-japanischen Zeichen für Blau und Frühling. Warum aber Blau und nicht Grün? Des Rätsels Lösung: das japanische Wort für Blau schließt den Farbton Grün mit ein.

Aufmerksam wurde ich auf diesen Comic über die Verfilmung von , die 2002 unter dem Titel Blue Spring auf der gezeigt wurde. TOYODA verbindet Motive und Figuren einiger der Kurzgeschichten und erzählt so eine Geschichte in Spielfilmlänge. Ebenfalls unter dem Titel Blue Spring ist die englische Übersetzung von Aoi Haru erschienen.

Das Hauptmotiv und die Protagonisten des Films sind der ersten Kurzgeschichte entnommen, Shiawase nara te wo tatakō (auf deutsch: Wenn du glücklich bist, klatsch in die Hände). KUJŌ und AOKI sind Freunde und regieren über ihre Schule. Dieses Recht erlangen sie durch eine ziemlich gefährliche Mutprobe: Sie halten sich an der Außenseite eines Geländers auf dem Dach der Schule fest, lassen los, klatschen so oft wie möglich in die Hände, bevor sie wieder nach dem Geländer greifen, um nicht herunterzustürzen.

Die anderen Kurzgeschichten handeln von zufällig gefundenen Revolvern, Mahjong, Baseball, Yakuza, die die jugendlichen Furyō anwerben wollen, Messerstechereien, Randale im Family-Restaurant und einer Hetzjagd. Sex und Masturbation sind außerdem Motive, die in den Kurzgeschichten immer wiederkehren. Diese fehlen im Film aber völlig, stattdessen wird ausgiebig die Gewalttätigkeit der Furyō dargestellt, ein Element, das wiederum im Comic nicht ganz so stark ist.

Gespielt werden KUJŌ und AOKI von und ARAI Hirofumi. Der Film wurde 2001 gedreht und ist in Amerika auf DVD erschienen. Der Comic wurde bereits 1993 veröffentlicht, die englische Übersetzung erst 2004. Beide sind sehr empfehlenswert, wenn man sich für japanische Jugendkultur bzw. ihre sozialen Außenseiter interessiert.